Seidenraupen

Seidenraupen spinnen sich einen Kokon aus einem ca. 1.000 Meter langen Seidenfaden, um als Schmetterling, dem Maulbeer-Seidenspinner (Bombyx Mori), daraus zu schlüpfen. Die einzige Nahrung die sie als Raupe zu sich nehmen, sind Maulbeerbaumblätter. Maulbeerbäume sind in China, dem Herkunftsland der Seide, Bäume des Sonnenaufgangs und Seide gilt als der Stoff der Götter. Die Geschichte um die Seidenproduktion reicht über 5000 Jahre zurück. 3000 v. Chr. soll sich die Chinesische Kaiserin Xi-Ling-Chi vor einer Schlange in einen Maulbeerbaum geflüchtet haben. Dort sah sie die unscheinbare Seidenraupe sich mit einem schönen Faden einhüllen. Die Idee zur Seidenproduktion war geboren, doch sie blieb in den Händen des Adels. Eine Verbreitung des Produktionsgeheimnisses war unter Todesstrafe verboten. Das chinesische Monopol machte Seide bis 300 n. Chr. zu einem wertvollen Exportprodukt das 1:1 gegen Gold getauscht wurde. Über die „Seidenstraße“ gelangten die wertvollen Stoff von China in den Mittelmeerraum und nach Nordeuropa. Um 500 n. Chr. waren es zwei persische Mönche, die in ihren präparierten Wanderstäben, mit Dung warm gehalten, Raupeneier zu Justinius I., dem byzantinischen Kaiser, brachten. So verbreitete sich das Wissen um die Aufzucht im 13. Jh. in Italien, später in Spanien, Frankreich und im 17. Jh. auch in Deutschland. Schon 1663 kultivierte Friedrich Wilhelm I. die Seidenraupenzucht, pflanzte in Brandenburg den weißen Maulbeerbaum (Morus Alba) und holte sachverständige Auswanderer aus Frankreich, die Hugonotten. Friedrich II. subventionierte die Seidenproduktion und ließ Maulbeerbäume dreimillionenfach anpflanzen. Doch trotz aller Anstrengungen blieb die Seidenproduktion wenig ertragreich. Kühles Klima und die arbeitsintensive Pflege der Raupen, sowie der Tod Friedrichs II. 1786 ließ den Industriezweig wieder verschwinden. Die einzige brandenburgische Maulbeerallee ist die Zernikower Maulbeerallee in Richtung Burow mit mehr als 250 Jahre alten, denkmalgeschützten Maulbeerbäumen, die Michael Gabriel Fredersdorff anpflanzen ließ.

Auf dem Gut kann ganzjährig eine Ausstellung „Vom Maulbeerbaum zur Seide – Seidenbau in Brandenburg“ besucht werden.